Kurzer Überblick über die Geschichte unserer Gemeinde
Schon bevor die Dörfer Driedorf, Mademühlen, Roth, Waldaubach, Münchhausen, Hohenroth, Heisterberg, Heiligenborn und Seilhofen im Zuge der Verwaltungsreform zur Großgemeinde Driedorf zusammengeschlossen wurden, bildeten sie in vielerlei Beziehung eine Einheit.
Rein landschaftlich gehören sie alle zum hohen Westerwald, d. h. sie
liegen ohne Ausnahme auf der von einzelnen flachen Höhen unterbrochenen
Hochflächen dieses Gebirges.
Die Höhenunterschiede sind also
ebenso wenig ausgeprägt wie die klimatischen. Mit Ausnahme von Roth
gehörten alle Orte schon immer zum Kirchspiel Driedorf und auch die
Mittelpunktschule wurde in den Jahren 1965 bis 1966 hier errichtet. Die
Schule hat sich zwischenzeitlich zur integrierten Gesamtschule
weiterentwickelt.
Ebenso hatte Driedorf auch schon immer mehr
Geschäfte, Handwerksbetriebe, Ärzte und eine Apotheke als die anderen
Orte, so dass es auch in dieser Beziehung einen Mittelpunkt darstellte.
Dazu kamen die Driedorfer Märkte, die noch zu Anfang dieses
Jahrhunderts ihre Bedeutung hatten und die Bewohner der umliegenden
Orte anzogen.
Auch die Großgemeinde selbst hatte schon einmal einen, wenn auch kurzlebigen Vorläufer.
In
der Franzosenzeit (1807 bis 1814) gab es in Driedorf eine "Mairie"
(Bürgermeisterei), der auch die anderen Orte des Kirchspiels
unterstellt waren. Allerdings machten die "Nassauer" nach 1814 diesem
Zustand schnell wieder ein Ende und die "Schultheisen", die vor der
Franzosenzeit "Heimberger" geheißen haben, nahmen ihre Tätigkeit wieder
auf.
Wie lange in diesem Raum schon Menschen leben, ist schwer zu sagen.
Einzelne Bewohner mag es schon Jahrhunderte vor der Geburt Christi
gegeben haben. Die planmäßige Besiedelung mit Gründung von Dörfern
begann wohl in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts unserer
Zeitrechnung, also nach der Völkerwanderung. Wenn Driedorf im Jahre
1124 erstmals in einer Urkunde erwähnt wird, so besagt dies fast
nichts. Erstens war im Mittelalter der Papierkrieg längst nicht so
ausgeprägt wie heute, und zweitens sind ohne Zweifel zahlreiche
Urkunden verlorengegangen. Sofern es sich nicht direkt um
Gründungsurkunden handelt, kann man davon ausgehen, dass eine Siedlung
mehrere hundert Jahre älter ist als ihre erste Erwähnung.
Die Zahl
der Dörfer im Bereich unserer Großgemeinde war im Mittelalter sogar
größer als heute. Von unseren jetzigen ist kaum eines jünger als 800
bis 900 Jahre.
Die Dörfer der Gemeinde Driedorf liegen in zentraler Lage des
Westerwaldraumes in einer Höhe von 416 bis 642 m über NN. Die höchste
Erhebung des Gesamtwesterwaldes, die Fuchskaute mit 656,5 m grenzt
direkt an den Ortsteil Waldaubach.
Nach dem zweiten Weltkrieg hat
sich die landwirtschaftliche Struktur zur Industrie- und
Arbeiterwohngemeinde mit etwa 1.600 Arbeitsplätzen gewandelt. Trotzdem
gibt es so gut wie kein Brachland, da Aussiedlerhöfe und Weidebetriebe
für eine gepflegte Kulturlandschaft sorgen.
Die Höhenlage und die
typische Westerwaldlandschaft sorgen für gesunde klimatische
Verhältnisse, bei denen Frühling, Sommer, Herbst und Winter ihre
reizvollen Auswirkungen auf den Menschen haben. Hierdurch hat die
Gemeinde einen hohen Wohn- und Erholungswert.
Die
Naherholungsgebiete "Heisterberger Weiher" und "Krombachtalsperre", die
Skigebiete am "Höllberg" in Driedorf und die "Ski-Ranch" in Roth sowie
die gut ausgebauten Rad- und Wanderwege ziehen viele Besucher und Gäste
an.
