Elterninitiative Pro-Kindergartenbus aktiv

Aus der heimischen Presse

(sig/dh). Die Driedorfer Kindergartenbuslinie läuft mit Beginn der Sommerferien definitiv aus. Der Grund: Der hohe Schuldenstand ließ die freiwillige Leistung für deren Unterhalt aus der Gemeindekasse nicht mehr zu. Ein Vorschlag der Kommunalpolitiker an die betroffenen Eltern, sich mit höheren Beiträgen auf mindestens ein Jahr im Voraus festzulegen, ließ sich nicht umsetzen, da sich nur 16 der benötigten 25 Kindergarteneltern dazu bereitfanden.

Obwohl das Aus für die Linie am vergangenen Dienstag mit dem Haushalt 2014 verabschiedet wurde, hat sich nun eine Initiative aus Heisterberger Eltern gebildet, die sich mit dieser Tatsache nicht abfinden wollen. Am Donnerstagabend traf man sich  im Heisterberger DGH, um über mögliche Vorgehensweisen zu beraten, die der Linie wieder Leben einhauchen könnten. Neben Vertretern fast aller Driedorfer Fraktionen, nahm auch  Bürgermeister Dirk Hardt an der Zusammenkunft teil.

René Neutzner, selbst Vater zweier Kinder, hatte die Moderation der Veranstaltung  übernommen. Neben ihm bemühte sich das Initiatoren-Trio Sascha Kranz, René Haag und Thorsten  Hauk den Anwesenden die Transportprobleme der Betroffenen zu verdeutlichen.

Thorsten Hauk brachte die neue Problematik auf den Punkt: „Wer kein zweites Auto besitzt, hat verloren. Ob es umweltpolitisch sinnvoll ist, dass in Zukunft 37 Autos jeden Tag - alleine von Heisterberg aus 5600 Kilometer im Jahr -nach Mademühlen fahren müssen, darf man zumindest kritisch hinterfragen“. Neutzner fügte den seiner Meinung nach hohen finanziellen und vor allem zeitlichen Aspekt hinzu. Ihm als amtierendem Gemeindevertreter sei klar, dass zur Wiederbelebung der Buslinie einige wesentliche Voraussetzungen zu klären seien. Dazu gehörte in jedem Fall die Beantwortung der Fragen, was kostet die Linie, welches Begleitpersonal werde benötigt und was müssten die Nutzer letztendlich zahlen.

Bürgermeister Dirk Hardt ließ keine Zweifel daran, dass eine Vollfinanzierung nötig sein werde, die im Idealfall von Sponsoren unterstützt werden könnte. Die derzeitigen Gesamtkosten für die Linie beliefen sich auf bis zu 23.000 Euro und da spielte die Kommunalaufsicht angesichts der maroden Kassenlage Driedorfs nicht mehr mit. Der vom Sozialausschuss vorgeschlagene Kompromiss die Eltern mit 25 Euro pro Kind und Monat zur Kasse zu bitten, sei leider nur bei wenigen Eltern angenommen worden: „Zu wenige, um das Modell finanzieren zu können und darüber bin ich ein wenig enttäuscht“, so der Verwaltungschef.

Der FWG-Vertreter Wolfram Maitz bedauerte darüber hinaus, das mangelnde Elterninteresse an politischen Entscheidungsprozessen. Das sei besonders deutlich geworden, als im Ausschuss genau über die Buslinie debattiert wurde: „Keinen einzigen Elternvertreter sah man damals in der Sitzung, in der noch vieles hätte gerettet werden können“.  

Für ihn sei es wichtiger als mit imaginären Zahlen zu spekulieren, Stimmen und Meinungen in der Runde zu sammeln und hinaus in die Großgemeinde zu tragen, sagte Neutzner. René Haag hatte beispielsweise bereits im Vorfeld errechnet, dass der Individualtransport ihres Kindes mit eigenem PKW die Heisterberger Eltern rund 1.600 Euro pro Jahr koste. In Anbetracht dieser Tatsache könne man ohne weiteres über mehrere Modelle, bis hin zu einer von Eltern voll finanzierten Kindergartenlinie, nachdenken. Sein Appell ging daher an alle Eltern und die es einmal werden wollen sich  zu solidarisieren. „Je mehr sich bereiterklären mit zu machen, desto billiger wird’s für den Einzelnen“, meinte auch Hardt und stellte in Aussicht, dass unter diesen Umständen die Gemeinde wieder als Vertragspartner für Busunternehmer zur Verfügung stehen könnte. Bürgermeister Hardt regte die Anwerbung von Sponsoren nochmals an und brachte auch Mitmachaktionen wie zum Beispiel die Durchführung eines Sponsorenlaufs ins Spiel.

Weitere Informationen telefonisch bei René Haag: 02775 577675 und per Mail: .

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