In jedem Ortsteil die Möglichkeit erhalten, drinnen und draußen zusammenzu-kommen“ – so lautet eines der Driedorfer Entwicklungsziele.

Driedorf ist bis Ende 2027 Förderschwerpunkt im hessischen Dorfentwicklungsprogramm. Nach Anerkennung des „Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts“ (IKEK) im Jahr 2021 startete die Gemeinde in die Umsetzungsphase und hat bereits erste Projekte angestoßen. Ein Schwerpunkt liegt auf den öffentlich nutzbaren Räumen und Freiflächen: Für sechs Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) und vier Dorfplätze bzw. Freizeitflächen sind Maßnahmen vorgesehen.

In der Umsetzung befindet sich bereits die neue Multifunktionsfläche mit Fußballkäfig in Waldaubach, die auf dem Gelände der Ev. Kirchengemeinde entsteht und Treffpunkt für alle Generationen sein soll. In Heisterberg weicht der bisherige Spielplatz dem notwendigen Neubau einer Fahrzeughalle für die Freiwillige Feuerwehr. Eine geeignete Fläche für einen neuen Treffpunkt mit Spielplatz ist bereits gefunden, so dass das Vorhaben auch 2022 umgesetzt werden soll. Weitere Maßnahmen an Dorfplätzen bzw. Freizeitflächen sind bis Ende 2027 außerdem in Mademühlen und in Münchhausen vorgesehen.

Bei den DGH‘s geht es grundsätzlich um die Aufwertung der Funktionalität, den Zugang für möglichst Alle und um eine gute Aufenthaltsqualität.

Jedes DGH ist unterschiedlich und das Gesamtangebot in der Gemeinde soll abgestimmt sein. Deshalb beschäftigt sich eine vorgeschaltete Analyse zunächst mit der Frage, wie eine insgesamt sinnvolle Verteilung von Funktionen, Ausstattung und Nutzungsmöglichkeiten über alle DGH‘s bzw. das Bürgerhaus erreicht werden kann – und welche Maßnahmen dafür nötig wären. Zwischen Januar und März 2022 haben Termine in den DGH‘s stattgefunden. Ausgenommen war das ehemalige DGH in Mademühlen, das seit 2013 nicht mehr in Trägerschaft der Gemeinde ist. Auch im Bürgerhaus in Driedorf und im DGH in Seilhofen waren aufgrund des guten Zustands und der vorhandenen Barrierefreiheit keine Termine nötig. Auch in Münchhausen hat kein Termin stattgefunden. Dort sind zwar Maßnahmen am DGH im Rahmen des Dorfentwicklungsprogramms geplant. Die Ortsgemeinschaft hat aber bereits früh einen Förderverein für den Erhalt des DGH gegründet – was dort notwendig ist, ist gut herausgearbeitet und bekannt: Neben einem barrierefreien Zugang sollen im Wesentlichen barrierefreie Sanitäranlagen im ehemaligen Schlachthaus entstehen, die auch bei Veranstaltungen in der Dreschhalle genutzt werden können.

In Heiligenborn, Heisterberg, Hohenroth, Roth und Waldaubach besprachen Vertreterinnen und Vertreter der Ortsgemeinschaften gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Braun und dem beauftragten Driedorfer Architekturbüro Geupel in insgesamt fünf Abendterminen, wie die DGH‘s in Zukunft am besten genutzt werden könnten und welche Maßnahmen dafür nötig wären. Dabei ging es auch um mögliche zusätzliche Schwerpunktfunktionen der Gebäude und um Funktionen, die über den Ortsteil hinaus gemeindeweit attraktiv sein könnten.

Treffpunkt im Ort mit den verschiedensten Nutzungen durch die Ortsgemeinschaft soll jedes der Häuser sein. Darüber hinaus kann man sich in Heisterberg eine von der Dorfgemeinschaft organisierte Jausenstation für die in den Sommermonaten zahlreich vorbeifahrenden Radfahrer vorstellen. In Waldaubach könnte es wegen der vorhandenen Anbindung an Rothaarsteig und WesterwaldSteig „Großwandertage“ geben, an denen die Ortsgemeinschaft wandernde und nicht wandernde Gäste am DGH bewirtet.  Das DGH in Roth ist das einzige DGH mit Bühne und kann als kleinere und günstigere Alternative zum Bürgerhaus in Driedorf mit komplett vorhandener Technik und außerdem einer voll ausgestatteten, modernen Küche punkten. Gemeinsam gekocht werden kann auch im DGH in Heiligenborn, das als noch kleinere Alternative mit voll ausgestatteter Küche und mit dem dahinterliegenden, vom Verkehrsraum abgeschirmten Spielplatz besonders für Veranstaltungen mit Kindern attraktiv sein kann. In Hohenroth ist das bisherige DGH seit 2020 an eine Tagesmutter verpachtet. Durch die Fusion der Freiwilligen Feuerwehren Heisterberg und Hohenroth wird die bisherige Fahrzeuggarage in Hohenroth frei. Hier soll der neue, ebenerdige Dorftreffpunkt entstehen, der auch in Kombination mit dem vorhandenen Schulungsraum im Obergeschoss genutzt werden kann. Hohenroth weist den höchsten Anteil Kinder und Jugendlicher unter 15 Jahren innerhalb der Gemeinde auf, so dass sich hier als Schwerpunktfunktion die Nutzung für Familien, Kinder und Jugendliche anbietet – gerade auch mit dem benachbarten Spielplatz und der Kindertagespflege. Der bisherige Feuerwehrverein wird in einen allgemeinen Förderverein umgewandelt und setzt auch hier das Zeichen für einen Neustart. Die Dorfgemeinschaft hat die Bereitschaft signalisiert, sich mit Eigenleistung in den bevorstehenden Umbau einzubringen.

In allen Terminen haben sich das große Interesse und das Engagement der Ortsgemeinschaften gezeigt. Erste Ergebnisse inklusive Kostenschätzung wird das Architekturbüro Geupel im Mai vorlegen. Die Steuerungsgruppe, die die Umsetzung des Entwicklungskonzepts begleitet und aus Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde, der politischen Gremien und lokalen Akteurinnen und Akteuren besteht, diskutiert diese Ergebnisse und gibt eine Empfehlung an die Gemeindevertretung ab, welche der Maßnahmen wann umgesetzt werden sollten.

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