Bürgermeister Hardt teilt mit

Informationen zum Infraschall

In der Gemeinde Driedorf gibt es eine relativ große Anzahl von Windkraftanlagen, die einen wichtigen Beitrag zur Resourcenschonung beitragen. Allerdings sind immer wieder Fragen nach möglichen gesundheitsschädlichen Auswirkungen – insbesondere durch den sog. Infraschall – aufgekommen. Das Hess. Wirtschaftsministerium hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, deren wesentliche Ergebnisse zu den Auswirkungen des Infraschalls auf Menschen durch Windkraftanlagen nachfolgend kurz dargestellt werden.
Die Gesamtstudie kann im Internet unter www.energieland.hessen.de/faktenpapier_infraschall abgerufen werden.

Was ist Infraschall?

Infraschall ist Schall unterhalb des normalen Hörbereiches des Menschen mit einer Frequenz unter 20 Hz. Es handelt sich somit um sehr tiefe Töne. Aufgrund seiner hohen Wellenlänge wird Infraschall von Schutzwellen oder Gebäuden kaum gedämpft. Eine Abnahme des Schalldruckpegels erfolgt daher vor allem durch die Entfernung.

Wo kommt Infraschall vor?

In der Natur wird Infraschall durch schwere, bewegte Massen wie Luft und Wasser, Turbolenzen oder Resonanzphänomene erzeugt. Natürliche Quellen sind z.B. Wind, Gewitter, die Meeresbrandung und Erdbeben. Der Mensch hat zusätzlich zahlreiche künstliche Infraschallquellen in seiner Umwelt geschaffen wie z.B. Klima- und Lüftungsanlagen, Umspannwerke, Kraftfahrzeuge, Pumpen, Lautsprechersysteme sowie Biogas- und Windenergieanlagen stellen somit eine von vielen Quellen in unserer Umgebung dar.

Wie nimmt die Menschheit Infraschall wahr?

Das sensitivste Wahrnehmungsorgan für Infraschall ist das Ohr (aurale Wirkungen). Bei deutlich höheren Schalldruckpegeln kann Infraschall aber auch durch andere Körperteile wie z.B. in Lunge, Nase oder Stirnhöhlen als Vibration und Pulsation wahrgenommen werden (extraaurale Wirkungen). Je tiefer die Töne, desto lauter müssen sie sein, um die Hör- oder Wahrnehmungsschwelle zu überschreiten, d.h. vom Menschen wahrgenommen werden zu können.

Welche Auswirkungen hat Infraschall auf die Gesundheit?

Infraschall kann bei sehr hohen Schalldruckpegeln schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. Zunehmende Müdigkeit und Abnahme der Atemfrequenz gelten beispielweise als gesicherte Infraschallwirkung. Sie treten nach aktuellen Erkenntnissen bei Menschen erst auf, wenn die Hörschwelle bei den jeweiligen Frequenzen überschritten wird.

Wieviel Infraschall geht von Windenergieanlagen aus?

Windenergieanlagen erzeugen bereits deutlich vor dem Erreichen der gesetzlichen Mindestabstände nur Infraschalldruckpegel, die weit unterhalb der Hör- oder Wahrnehmungsschwellen liegen. Nach aktuellen Messungen unterschreitet Infraschall durch Windenergieanlagen bereits bei Abständen von 150 bis 300 Metern deutlich die Wahrnehmungsschwelle und ist somit durch den Menschen nicht wahrnehmbar. Verschiedene Messungen in Abständen von 600, 700 und 1.200 Metern haben gezeigt, dass der Infraschall der Anlage kaum noch vom Hintergrundrauschen (z.B. Infraschall durch Wind) zu unterscheiden ist.

Macht Infraschall durch Windenergieanlagen krank?

Da die festgestellten Infraschalldruckpegel bereits bei niedrigen Entfernungen weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen liegen, haben sie keine negativen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Es gibt bisher keine wissenschaftlich abgesicherten Studien, die zeigen, dass Infraschall auch unterhalb der Hör- oder Wahrnehmungsschwelle gesundheitliche Wirkungen haben kann.

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