Ich bin dann mal weg

Handwerksgeselle auf der Walz – der traditionellen Zeit der Wanderschaft der Handwerkergesellen nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit.

Unter 30, ledig und schuldenfrei - das sind die Bedingungen um auf die Walz zu gehen.
Handwerker, die sich auf traditioneller Wanderschaft befinden verpflichten sich, drei Jahre und einen Tag zu wandern, und in dieser Zeit einen Bannkreis von fünfzig Kilometern um ihren Heimatort nicht zu betreten.

Ein Handwerksgeselle aus Bamberg geht diesen außergewöhnlichen Weg und ist am Freitag, 21.08.2015 bei Herrn Bürgermeister Hardt im Rathaus Driedorf eingekehrt - mit Zylinder, schwarzer Schlaghose, Cord-Jacke und knorrigem Wanderstab. 1,5 Jahre verbringt er nun schon auf Wanderschaft, darf nicht nach Hause. So wollen es die Regeln. Ein eigenes Auto ist verboten, Bus und Bahn verpönt. Er tippelt zu Fuß und per Anhalter, hat nur das Nötigste dabei.

Immer wieder sucht er nach Arbeit, fragt bei Meisterbetrieben nach. Wenn er keine Arbeit findet, ist er auf Unterstützung angewiesen.

Ziel seiner Reise ist es vor allem, neue Arbeitspraktiken sowie unbekannte Orte und Länder kennen zu lernen. Neben der Erweiterung und Weitergabe seiner beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten versteht er die Wanderschaft auch als Beitrag zur Förderung der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Völkerverständigung.

Im mitgeführten Wanderbuch sammelt er Städte- und Gemeindesiegel der von ihm besuchten Orte, nachdem er bei deren Bürgermeistern zünftig vorgesprochen hat.

Seine Wanderschaft führte ihn bereits nach Polen, Italien, Schweiz und Österreich und nun weiter Richtung Koblenz. Sein Ziel ist Ruanda (Afrika).

Bürgermeister Hardt bedankte sich für die überbrachten Grüße des Wandergesellen, übergab eine finanzielle Unterstützung für die Weiterreise und wünschte ihm alles Gute für seinen weiteren Weg.

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