Kindertagespflege: Driedorfs Bürgermeister Dirk Hardt besucht die Tagesmutter Jane Müller

„Für uns ist das eine Win-win-Situation“

Driedorf (spa). Der Bürgermeister der Westerwald-Gemeinde schätzt die 28-Jährige als „Power-Frau“ und hat die zweifache Mutter als Menschen kennen gelernt, „der keine halben Sachen macht“. Höchste Anerkennung zollte Dirk Hardt jetzt der Kindertagespflegemutter Jane Müller anlässlich eines Gedankenaustauschs und Besuchs in Driedorf.

Vor zwei Jahren hatte sich Jane Müller zum Einstieg in die Kindertagespflege entschieden. Einen Beschluss, den sie nicht bereut hat. „Das war definitiv der richtige Weg für mich und das Beste, was ich machen konnte.“

Kindergarten im Kleinformat

Die große Wohnung in der Erfurter Straße präsentierte sich beim Besuch des Driedorfer Bürgermeisters und der Leiterin des Tagespflegebüros Nord, Roswitha Zoth (AWO-Kreisverband Lahn-Dill), wie ein „Kindergarten im Kleinformat“. Jane Müller zufrieden: „Auch dank der tollen Unterstützung durch meinen Vermieter kann ich mich optimal um die Tageskinder und meine eigenen Kids kümmern.“

Derzeit betreut die 28-Jährige in „Jani-Janes Kinderstube“ fünf ein- und zweijährige Kinder aus Greifenstein, Breitscheid, Herborn und Driedorf. Jane Müller erfreut: „Ich bin voll belegt.“

Kindertagespflegemütter wie die Driedorferin ermöglichen insbesondere berufstätigen Müttern und Vätern eine optimale Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Wir bekommen, was den Einsatz und die Arbeit von Jane Müller angeht, nur positive Rückmeldungen von den Eltern“, sagte Bürgermeister Dirk Hardt anerkennend.

Besonders schätzt das Gemeindeoberhaupt am Wirken der einzigen Driedorfer Kindertagespflegemutter, dass sie sich auf dem Weg zur selbstständigen Tagesmutter von niemand hat aufhalten lassen und „sich durchgekämpft hat“. Beim Erwerb der Grundqualifikation, als Kindertagespflegemutter arbeiten zu dürfen, habe die politische Gemeinde Jane Müller nach Kräften unterstützt. Dirk Hardt: „Wir helfen ihr, wo wir können.“ Unter anderem haben 160 Unterrichtseinheiten und Praktika in einer Kindertageseinrichtung die Driedorferin zur Tagesmutter qualifiziert. Für die allein erziehende 28-jährige war die Entscheidung, als Vollzeit-Tagespflegeperson zu arbeiten, wie sie selbst einräumt, auch ein Weg aus der Beschäftigungslosigkeit – und eine willkommene Möglichkeit, ihre Freude am Umgang mit Kindern zu ihrem Beruf zu machen.

Für jedes Kind ein eigenes Bett

Da Jane Müller bei ihrem täglichen Wirken großen Wert auf Flexibilität legt, geht es werktags „zwischen morgens 6 und abends 6“ in der „KITA im Kleinformat“ in der Erfurter Straße zu wie in einem Taubenschlag. „Natürlich hat hier bei mir jedes Kind auch sein eigenes Bett“, erklärt die Driedorferin. Ist das Wetter gut, geht’s in den großen Garten direkt am Haus. Für Ausflüge in die nähere Umgebung steht ein großräumiger Pkw zur Verfügung. Nach vorheriger Absprache ist sogar „eine Nacht-Betreuung“ der Kleinen möglich.

Gesucht wird derzeit noch ein Sponsor, der „Jani-Janes Kinderstube“ die Anschaffung eines Krippenwagens ermöglicht.

Kindertagespflegemütter wie Jane Müller gewährleisten eine familiennahe Betreuung durch eine Bezugsperson und ermöglichen Kleinkindern zwischen wenigen Monaten und drei Jahren das soziale Lernen in einer Kleingruppe. Diese Kleingruppen dürfen maximal fünf Tageskinder umfassen.

Im September 2004 hatte der Kreis ein neues Betreuungskonzept initiiert – das „Netzwerk Kindertagespflege“, das aus einer Koordinationsstelle beim Fachdienst Kindertagespflege des Lahn-Dill-Kreises sowie zwei Kooperationspartnern vor Ort, dem Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Lahn-Dill und dem „Sozialwerk Haushalt und Familie Hessen e.V.“, besteht.

Die Kindertagespflege ist analog zu den Kindertagesstätten strukturiert. Koordination und Fachaufsicht werden vom Lahn-Dill-Kreis gemeinsam mit den Tagespflegebüros Nord (ehemaliger Dillkreis) und Süd (Altkreis Wetzlar) verantwortet.

Bei diesen Ansprechpartnern finden Eltern, Tagespflegepersonen sowie andere Interessierte Informationen, Beratung und Begleitung zu allen Aspekten der Kindertagespflege. Bei ihrem Besuch in der Erfurter Straße hoben Bürgermeister Dirk Hardt und Roswitha Zoth, Leiterin des bei der Kreis-Arbeiterwohlfahrt in Herborn angesiedelten Tagespflegebüros Nord, übereinstimmend die Vorzüge hervor, die das Engagement der Kindertagespflegepersonen Gemeinden und Eltern bietet.

„Eine Flexibilität wie Jane Müller können gemeindliche Einrichtungen nicht leisten“, so Hardts Hinweis. Aus Sicht des Bürgermeisters ist die Kindertagespflege eine optimale Ergänzung zur neuen U3-Betreuung, die die politische Gemeinde mit Beginn des neuen Kindergartenjahres in Mademühlen startet. „Für uns ist das“, so die Überzeugung Hardts, „eine Win-win-Situation“.

In der neuen U3-Betreuung in Mademühlen sei, so der Bürgermeister erläuternd, sei eine Krippengruppe vorgesehen. Die weiteren vier Gruppen sollten als Familiengruppen für Kinder im Alter von zwei Jahren bis zum Schuleintritt betrieben werden. Eine U3-Betreuung wird in Driedorf ferner in der evangelischen KITA Driedorf und im kommunalen Kindergarten Roth angeboten.

Dass „die Plätze“, die die Kindertagespflegepersonen bereitstellen, „den Gemeindehaushalt nicht belasten“ und den Umstand, dass Eltern, die ihren Nachwuchs einer Tagesmutter anvertrauen, nur für die Leistungen zahlen, die tatsächlich an Betreuungsbedarf anfallen, hob Roswitha Zoth als zwei der vielen Vorteile hervor. Das Angebot, das Tagesmütter bereithielten, sei darüber hinaus für jeden erschwinglich.

Kontakt und weitere Informationen:

Tagespflegebüro Nord, Roswitha Zoth, AWO-Kreisverband Lahn-Dill, Walkmühlenweg 5, 35745 Herborn, Tel. (02772) 959614. E-Mail: r.zoth@awo-lahn-dill.de. – Tagespflegebüro Süd: Katharina Damm, Sozialwerk Haushalt und Familie Hessen e.V., Kalsmuntstraße 68-74, 35578 Wetzlar, Tel. (06441) 5693669, E-Mail: tagespflege-sued@web.de.

Bildunterschrift

Eine „KITA im Kleinformat“: Bürgermeister Dirk Hardt und Roswitha Zoth, Leiterin des beim AWO-Kreisverband in Herborn angesiedelten Tagespflegebüros Nord, besuchten jetzt die Driedorfer Tagesmutter Jane Müller (links). Die 28-Jährige, selbst Mutter von zwei Kindern, arbeitet seit zwei Jahren als Kindertagespflegeperson. Über den Besuch des Driedorfer Gemeindeoberhaupts freuten sich auch (hinten, v.l.) Kalle Sprügel (1) und Neele Müller (4) sowie (vorne, v.l.) Carl Neutzner (2), Lina Neutzner (2), Dana Rex (2) und Emely Müller (7). (Foto: Spahn)

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