Lahn-Dill-Breitband: Muss das wirklich sein?

Plakat Lahn-Dill-Breitbandinitiative

(hst) Klar ist: Es muss möglich sein, ein Projekt in Frage zu stellen. Das wird auch an unterschiedlichen Stellen getan – und manche werden ihre Gründe dafür haben.
Tatsache ist aber, dass in unserem Kreis mehr als 80 Prozent der Internetnutzer Geschwindigkeiten von unter 2 Megabit pro Sekunde haben. Das ist nach dem allgemein gültigen Verständnis zwischen Brüssel – Berlin – Wiesbaden und dem Lahn-Dill-Kreis die klassische Unterversorgung.

Das mag ja einigen genügen, aber unseren Wirtschaftsstandort stellt es in Frage. Wir haben hinter jedem Hügel erfolgreiche Firmen, die national und international unterwegs sind. Denen geht das Schneckentempo auf den Geist und es stellt sich für sie die berechtigte Frage, ob ihre Firma in der richtigen Gegend steht.
Das ist es nicht allein. Die Firmen werben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Regionen an. Diese haben Ansprüche und fragen neben Wohnen, Kinderbetreuung und anderem mehr auch nach schnellem Internet. Und dann haben wir ja auch noch die Menschen, die hier leben.

Sollen sie von den Entwicklungen des weltweiten Netzes abgehängt werden, nur weil sie im ländlichen Raum wohnen?

Das ist nämlich das Problem. Während der Netzinhaber Telekom in den Ballungsgebieten Milliarden investiert, um mit Glasfaser bis in jede Wohnung Geschwindigkeiten von 100 und mehr Megabit pro Sekunde anzubieten, gibt er in der Fläche keinen Cent mehr aus.

Es rechnet sich nach seinen Maßstäben nicht.

Dabei kann es nicht bleiben. Wenn wir unseren außerordentlich erfolgreichen Wirtschaftsstandort an Lahn und Dill auf Dauer sichern und die Lebensqualität ausbauen wollen, dann müssen wir das Thema selbst in die Hand nehmen. Das haben in unserer Bedarfsabfrage fast 9.000 Menschen und über 900 Firmen auch so gesehen. Sie wollen, dass wir es machen.

Danke für das Signal.

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