Lahn-Dill-Kreis: 64.572 pendeln zum Job

Der tägliche Weg zum Arbeitsplatz führt für viele Arbeitnehmer aus dem Lahn-Dill-Kreis über die Kreisgrenzen hinaus. Gleichzeitig pendeln viele Beschäftigte aus benachbarten Landkreisen zu den Unternehmen rund um Wetzlar und Dillenburg ein. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung der Wetzlarer Arbeitsagentur hervor.

Demnach ist der Anteil der Auspendler im Vergleich zum Vorjahr mit einem Plus von 958 Personen deutlich gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch die Zahl der Einpendler um 561 Personen zugenommen. Im Vergleich zu anderen Landkreisen sei die Auspendlerquote an Lahn und Dill nach wie vor gering, heißt es bei der Arbeitsagentur weiter. Während im benachbarten Limburg-Weilburg fast jeder zweite Arbeitnehmer über die Kreisgrenzen hinaus auspendle, liege die Auspendlerquote an Lahn und Dill bei 28,7  Prozent. Den 26.379 Auspendlern stehen 23.171 Einpendler gegenüber. Verglichen mit anderen Landkreisen in ähnlicher Nähe zum Rhein-Main-Gebiet falle das negative Pendlersaldo ausgesprochen moderat aus und sei ein Indiz für einen attraktiven ,Beschäftigungsstandort Lahn-Dill', berichtet Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Insgesamt seien zum Stichtag 30. Juni letzten Jahres im Lahn-Dill-Kreis 88.818 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze besetzt gewesen - 992 oder 1,1 Prozent mehr, als ein Jahr zuvor. Aber auch zwischen den Kommunen innerhalb des Kreises gebe es einen regen Austausch von Arbeitnehmern. Von den 91.919 im Kreisgebiet wohnenden Beschäftigten, arbeiteten im letzten Jahr 64.572 außerhalb ihrer Wohngemeinde.

Die meisten zieht es nach Gießen

Das beliebteste Pendlerziel für Arbeitskräfte aus dem Lahn-Dill-Kreis ist der Landkreis Gießen. Hier  finden 9.304 Auspendler ihren Arbeitsplatz. Von besonderer Bedeutung sei dabei die Kreisstadt mit ihrer Vielzahl an Beschäftigungsmöglichkeiten für Verwaltungs-, Medizin- und Dienstleistungsfachkräfte. Auf den Plätzen folgen Siegen-Wittgenstein (2.340) und Frankfurt (2.327).
Ein Viertel der Arbeitsplätze an Lahn und Dill werden von Einpendlern besetzt Gestiegen ist im letzten Jahr auch die Zahl der Einpendler: 23.171 Arbeitskräfte, die nicht im Lahn-Dill-Kreis wohnen, kommen zur Arbeit hierher. Das sind 26,1 Prozent aller im Kreis beschäftigten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die meisten Einpendler kommen aus den Landkreisen Gießen (6.115), Marburg-Biedenkopf (3.262) und Siegen-Wittgenstein (2.851).

Blick in die Kommunen

Legt man den Fokus auf die Stadt- und Gemeindegrenzen, weisen nur Wetzlar, Dillenburg, Herborn, Haiger sowie Dietzhölztal positive Pendlersalden aus. In allen anderen Kreisgemeinden überwiegt die Zahl der Auspendler.

Auf die Westerwaldgemeinde Driedorf bezogen stehen 1437 Auspendlern 1289 Einpendler gegenüber.

Die höchsten Auspendlerquoten verbuchen Siegbach (94,3 Prozent), Schöffengrund (89,8 Prozent) und Bischoffen (88,6 Prozent). Die Gründe für die hohe Auspendelbereitschaft sind nach Fischers Angaben unterschiedlich: "Hier spielen neben der Gewerbedichte auch das angebotene Berufsspektrum, Gemeindegrößen, deren Lage und Verkehrsanbindungen, die Wohnqualität, das Lohngefüge, die Infrastruktur sowie Beschäftigungsanreize anderer Beschäftigungsstandorte eine entscheidende Rolle." Der Agentursprecher warnt davor, von einer hohen Auspendlerquote auf die Wirtschaftskraft einer Gemeinde zu schließen. Für eine qualitative Beurteilung müssten auch die Einpendlerquote, die Zahl der an ihrem Wohnort Beschäftigten sowie weitere Kriterien herangezogen werden.  

Die aktuellen Pendlerzahlen für den Lahn-Dill-Kreis und die Gemeinden gibt es im Internet unter http://www.arbeitsagentur.de/limburg-wetzlar > Zahlen Daten Fakten > Arbeitsmarkt > Beschäftigungsdaten nach Gemeinden.

Hintergrundinformationen

Die Daten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) und Pendler  für den Lahn-Dill-Kreis und die Gemeinden stehen aktuell zum Stichtag 30.06.14 zur Verfügung. Insgesamt 88.818 Beschäftigte mit Arbeitsort und 91.919 mit Wohnort im Lahn-Dill-Kreis wurden gezählt.

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