Projekt „Ramadan UMAs“

Der Ramadan ist der Fastenmonat der Muslime und der neunte Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt.

In diesem Jahr begann der Ramadan am 6. Juni und endete am 4. Juli.

Das Projekt „Ramadan UMAs“ (UMA bedeutet „Unbegleitete Minderjährige Ausländer“) wurde von Frau Filiz Kocar aus Driedorf und Frau Pinar Yilmaz aus Münchhausen ins Leben gerufen. Das Ziel des Projekts war die 29 jugendlichen Muslime, die im Kreisjugendheim am Heisterberger Weiher leben, entsprechend den Regeln des Ramadans zu verköstigen. Während der Fastenzeit dürfen Muslime, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine Speisen und Getränke zu sich nehmen. Dies bedeutete, dass es ihnen erst abends ab 21:50 Uhr erlaubt ist zu essen und zu trinken. Die Kantine im Kreisjugendheim konnte diese Bedingung nicht erfüllen.

Frau Kocar ergriff zusammen mit fünf weiteren Frauen verschiedener Familien aus Driedorf die Initiative und sammelte unter den türkischstämmigen Familien das notwendige Geld für die Verpflegung der Jugendlichen. Die Gemeinde stellte für diese Initiative das Rother Dorfgemeinschaftshaus kostenfrei zur Verfügung. Hier besteht die Möglichkeit das Essen vor Ort zu zubereiten.  Frau Yilmaz, staatlich anerkannte Erzieherin der GWAB (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, Ausbildungs- und Beschäftigungsinitiativen), die zusammen mit ihren Kolleginnen, die Jugendlichen in Heisterberg betreut, sorgte für den Transfer der Jugendlichen zwischen Heisterberg und Roth.

An den 28 Tagen begannen die Frauen jeweils um 16:00 Uhr mit dem Kochen. Um ca. 21:30 Uhr wurden die Jugendlichen mit dem Bus der GWAB nach Roth gefahren. Essensbeginn war 21:50 Uhr. Nach dem Essen halfen die Jugendlichen noch beim Abräumen und später war noch etwas Zeit für gemeinsame Spiele. Gegen ca. 23:00 Uhr wurden die Jugendlichen wieder zurück nach Heisterberg gefahren. Vor 2:00 Uhr waren die beteiligten Frauen selten zu Hause. Besonders engagiert haben sich Hatice Üst, Müslüme Yilmaz, Seriban Tecirli, Günay Susam, Derya Sönmeztürk, Emis Yilmaz und Yagmur Ünal, die neben Filiz Kocar an allen Tagen freiwillig und unentgeltlich geholfen haben.

An allen Tagen nahmen zusätzlich verschiedene Gäste am Essen teil. Auch die Mitglieder des Ortsbeirats waren am Montag, den 4. Juli, dem letzten Tag des Ramadans zum Essen eingeladen und konnten sich ein Bild von der familiären Atmosphäre machen. Dieses Projekt zeigte die große Gastfreundschaft der türkischstämmigen Mitbürger.

An dieser Stelle möchten Frau Kocar und Frau Yilmaz ihren besonderen Dank an Bürgermeister Dirk Hardt für das Bereitstellen des DGH Roth und Herrn Haust für die Vermittlung aussprechen. Weiterhin danken sie Herrn Kaiser, Inhaber des EDEKA Marktes in Driedorf, für seine vielfältige materielle Unterstützung. Letztendlich geht der Dank an alle Personen, die mit Geld- und Sachspenden an dem Projekt beteiligt waren.

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