Projektvorstellung „MTB Bikepark Driedorf“ und „Schulwald“

Westerwaldschule Driedorf präsentiert umfangreiches und innovatives Konzept zu Sport, Nachhaltigkeit und Umweltschutz

Driedorf. Am Donnerstag, 16.09.2021, hatten die Westerwaldschule Driedorf und Bürgermeister Carsten Braun gemeinsam eingeladen und konnten nach anderthalb Jahren Corona die neuesten Projekte Gästen vorstellen.

Für das hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz war Referatsleiter Martin Küthe, Leiter der Obersten Forstbehörde, aus Wiesbaden angereist, um sich vor Ort zu informieren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiterin Susanne Kuhlmann-Wohner berichtete Herr Jan Hausner, Lehrer und Initiator des Projekts „Mountainbike-AG“ an der Westerwaldschule, wie aus einer Idee im Jahr 2018 ein nachhaltiges und sowohl attraktives als auch innovatives Projekt wurde.

Bereits seit 2012 finden am Höllkopf mit seinem anspruchsvollen Anstieg und attraktiven Trailmöglichkeiten 24-Stunden-Mountainbike-Rennen statt, führte Driedorfs Bürgermeister Carsten Braun anschließend aus. Mit der offiziellen Ausweisung von Singletrails für Mountainbikes auf gemeindeeigenen Flächen beabsichtige die Gemeinde Driedorf eine gezielte Steuerung und Lenkung der wachsenden Interessensgemeinschaft der naturbewussten Mountainbikerinnen und Mountainbiker. Dies geschehe durch die Schaffung eines räumlich eingegrenzten, attraktiven Bereiches für den umweltverträglichen Mountainbikesport.

Die Gemeinde Driedorf verfolge damit in enger Anlehnung an die Vereinbarung „Wald und Sport“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vom 10. Juli 2013 das Ziel, auf der Grundlage der forstrechtlichen Regelungen die Erholung und die sportliche Betätigung der Menschen im Wald im verantwortungs- und rücksichtsvollen Miteinander zu fördern, durch attraktive Angebote die Zahl der illegalen Trails zu reduzieren und die Grundlage für Projekte wie die „Mountainbike-AG“ der Westerwaldschule zu schaffen.

Revierförster Helmut Benischke freute sich sichtlich, dass durch konstruktive und zielführende Gespräche aller Beteiligten statt eines „Konfliktes zwischen den Interessen von Radfahrern, Jägern und Waldbesitzern“ eine gute Zusammenarbeite etabliert werden konnte, die allen Interessen diene. Bürgermeister Carsten Braun hob das große ehrenamtliche Engagement der im Jahr 2021 entstandenen Interessengemeinschaft für die Singletrails am Höllkopf hervor und bedankte sich ausdrücklich für den Einsatz im Projekt „MTB BikePark Driedorf“.

Herr Martin Küthe hob in seiner Betrachtung die Bedeutung solcher Projekte ganz im Sinne der Strategie des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hervor: sich verändernde Lebensverhältnisse und Umweltbedingungen wie z.B. das Fichtensterben in den letzten Jahren, machten es notwendig, über die Planung, Bewirtschaftung und Nutzung von Waldflächen neu nachzudenken. Es sei immens wichtig, gerade bei jungen Leuten das Bewusstsein für die Natur zum einen, aber auch die Fähigkeit zum biologisch-ökologischen Neudenken zum anderen zu wecken. Da sei ein solches Projekt, bei dem Jugendliche maßgeblich involviert seien, ein Novum und überaus wünschenswert. Es sei wichtig, so Küthe, einerseits den Wald, den Sport, aber auch die Themen des Umweltschutzes, der wirtschaftlichen Nutzung und die rechtlichen Vorgaben miteinander zu vereinbaren. Gerade in den zurückliegenden Monaten habe der Wald wieder an großer Bedeutung für die Menschen gewonnen. Insofern sei er froh, dass in Driedorf Wege gefunden werden, nicht mit Verboten, sondern mit Angeboten die Nutzung der Natur „in geordneten Bahnen“ zu ermöglichen, dies sei ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der Landesregierung.

In diesem Zusammenhang konnte auch Frau Dr. Sabine Baum, ebenfalls Lehrerin an der Westerwaldschule und Koordinatorin für die Umweltprojekte der Schule, die Anwesenden über weitere Bausteine im Natur-Konzept der Schule informieren. Seit einiger Zeit darf die Schule eine Waldfläche in direktem Umfeld der Schule als „Schulwald“ nutzen. Auch hier dankten sowohl Frau Dr. Baum als auch die Schulleiterin der Gemeinde für die hervorragende und unbürokratische Unterstützung. Ein etwa 7000 qm großes Waldstück dient der Schule nun einerseits als Waldklassenzimmer und Abenteuerspielplatz, aber auch in einem eigens abgetrennten Bereich als ausgewiesenes Naturschutz- und Forschungsareal.

Im zweiten Teil der Veranstaltung konnten sich alle Beteiligten vor Ort sowohl die Trailstrecken ansehen, auf denen vier Schüler der AG ihr Können zeigten und geschickt die Strecken meisterten,  als auch die Stille und die Urwüchsigkeit des Schulwaldes bestaunen.

Herr Martin Küthe war sichtlich begeistert von den innovativen Konzepten der Westerwaldschule und der Gemeinde Driedorf und lobte, wie eng und zielführend die Zusammenarbeit laufe, und – vor allem – wie nachhaltig beide Akteure im Einklang mit Natur, Recht, Sport, Wirtschaft und Tourismus Ideen entwickelten und ausbauten.

Es werde mehr als deutlich, dass die Westerwaldschule sich auf den Weg gemacht habe, einen absoluten Umweltschwerpunkt in ihr Gesamtkonzept aufzunehmen und auszubauen. Ökologisch-biologische Bildung gehe einher mit spannenden Angeboten bis hin zu Holzbauprojekten im Wahlpflichtunterricht, wie man auf dem Schulhof sehen könne. Herr Küthe als gelernter Forstwirt zeigte sich begeistert darüber, dass man alle Aspekte des Themas „Wald“ an der WWS verwirklicht sähe. Dass die Gemeinde Driedorf in gleichem Sinne mitzöge zeige, dass man auch politisch die „Zeichen der Zeit erkannt“ habe und als moderne Kommune agiere, was ihn in seiner Funktion als Ministeriumsvertreter besonders freue. Insgesamt sehe Küthe die Projekte der WWS und der Gemeinde Driedorf in diesem Bereich „ganz weit vorne in Hessen“ und stellte auch für die zukünftige Arbeit an den Themen die notwendige Unterstützung in Aussicht.

 

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