Rückblick 2009 - Ausblick auf 2010

Bürgermeister Wolfgang Kühn

Die derzeitige wirtschaftliche Lage in unserem Lande ist natürlich auch an unserer schönen Westerwaldgemeinde nicht spurlos vorübergegangen.

Einnahmen aus der Gewerbesteuer und andere für die Kommune lebenswichtige Steuerquellen sind dramatisch zurückgegangen, so dass der Spielraum für künftige Investitionen deutlich schrumpft.

Dennoch bleibt festzustellen, dass auch in diesem bald zu Ende gehenden Jahr außerordentlich viel für die Daseinsvorsorge und Verbesserung der kommunalen Infrastruktur in unserer Gemeinde geleistet wurde.

Allein die uns im Rahmen der Eigenkontrollverordnung auferlegten Tiefbaumaßnahmen konnten zügig durchgeführt werden, so dass bis Ende 2010 mit der Schadensbeseitigung der Fehlerklassen 0 bis 1 gerechnet werden kann. Besonders erfreulich, wenn auch kostenintensiv, ist die Erneuerung von maroden Wasserleitungen. Damit ist gewährleistet, das frisches keimfreies Wasser an unsere Haushalte geliefert werden kann.

Infrastruktur findet nicht nur „über Tage“ statt. Was nutzen schöne Gebäude und Plätze, wenn unter der Erde Kanal- und Wasserleitungen kaputt und sanierungsbedürftig sind?!

Allein in den Jahren 1997 bis 2008 wurden in ca. 60 Projekten und Infrastrukturmaßnahmen über 21.418.000,00 € investiert. Für eine mittelständige Gemeinde wie die unsrige eine ungeheure Summe.

Festzustellen bleibt, dass alle verantwortlichen Gremien unserer Gemeinde, einschließlich der Verwaltung und Bürgermeister, pflichtbewusst und verantwortungsvoll mit den im Haushalt zur Verfügung stehenden Finanzmitteln umgegangen sind und nur absolut notwendige Maßnahmen zur Sicherung unseres Gemeinwesens durchgeführt wurden und auch in Zukunft werden.

Wenden wir uns aber auch einmal der angenehmen Seite Driedorfs, als kultureller Mittelpunkt im hessischen Westerwald, zu. Eine Vielzahl interessanter und abwechslungsreicher Veranstaltungen prägten diesen Sommer. Lassen Sie mich ein Highlight herausheben, das nicht nur Driedorfer Bürgerinnen und Bürger sondern viele Gäste aus der Umgebung in unsere Gemeinde lockte. Der historische mittelalterliche Markt rund um das Junkernschloß fand derart großen Anklang, dass die Akteure von Heimat- und Geschichtsverein auch für 2010 eine Neuauflage planen.
Allen Vereinen und Verbänden, sowie allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich ehrenamtlich aktiv zum Wohle des Gemeinwesens einsetzen, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

Was nehmen wir uns für die Zukunft vor?
An erster Stelle steht eine sachbezogene Planung eines Krippen- und Kindergartenzentrums. Die seinerzeit gebauten und nunmehr von der Bausubstanz her gesehenen sanierungsbedürftigen Kindergartengebäude in der Kerngemeinde und im Ortsteil Mademühlen entsprechen nicht mehr den heutigen pädagogischen und erzieherischen Bedürfnissen einer optimalen Krippen- und Kindergartenbetreuung. Abgesehen davon, dass uns die gesetzlichen Vorgaben zur Schaffung von Krippenplätzen bis 2013 zum Handeln zwingen, kann Driedorf mit einer zukunftsorientierten Konzeption im Krippen- und Kindergartenbereich die Weiterentwicklung zu einer kinder- und familienfreundlichen Gemeinde gezielt vorantreiben.
Die grundsätzliche Beibehaltung der räumlichen Dreiteilung unserer Kindergärten auf der Achse kommunaler Kindergarten Roth / evangelische Kindertagesstätte Driedorf / kommunaler Kindergarten Mademühlen hat sich bewährt. Für die Eltern aus allen Ortsteilen sind diese Einrichtungen verkehrstechnisch gut und schnell erreichbar. Vor allem aber haben sich unsere Erzieherinnen in allen Kindergärten durch ihre qualifizierte und hoch motivierte Arbeit das Vertrauen der Eltern und der Bürgerschaft erworben. Dies sollte unter allen Umständen beibehalten werden.
Auf dem gemeindeeigenen erschlossenen Areal eines zurückgebauten Komplexes Dorfgemeinschaftshaus / kommunaler Kindergarten / Hallenbad im Ortsteil Mademühlen oder einem anderen gemeindeeigenen Gelände lässt sich durch fachkompetente Planung die Errichtung eines multifunktionalen Mehrzweckgebäudes mit ergänzenden, sich nicht gegenseitig störenden räumlichen Einrichtungen zur Betreuung unserer Kleinkinder und Kindergartenkinder errichten, welches durch einen gemeinsam von Kindergarten und Bevölkerung genutzten Mehrzweckraum ergänzt werden kann.
Ich bin sehr froh darüber, dass die Gemeindevertretung hierzu einstimmig dem Gemeindevorstand einen Planungsauftrag erteilt hat. So kann jetzt rechtzeitig mit der Planung, vor allem auch mit der Beantragung der Zuschüsse für dieses Vorhaben begonnen werden.
Wichtig ist, dass wir alle, Bürgerinnen wie Bürger, Ortsbeiräte, Erzieherinnen, Verwaltung und Politik in dieser Sache Gemeinsamkeit zeigen, uns mit guten Gedanken und Vorschlägen einbringen und das Projekt gemeinsam zum Wohle unserer kommenden Generationen zu En-de führen. Ich freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

Einen zweiten Meilenstein in der Weiterentwicklung unserer Infrastruktur möchte ich noch kurz erwähnen. Mit der Errichtung eines weiteren gemeindeangepassten Einkaufsmarktes im Bereich „Am Hohen Rain“ wird die Versorgungssituation in unserer Gemeinde verbessert. Künftig lässt sich die Fahrt zum Einkaufen in andere Städte ersparen. Dies ist keine Maßnahme gegen unseren gut funktionierenden Einzelhandel, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Wertschöpfung sollte auch in unserer Gemeinde bleiben. Ich bin der Überzeugung, dass ein Einkaufsmarkt mit geplantem Drogeriemarkt die Attraktivität Driedorfs positiv steigert und voranbringt.

So ist es um so wichtiger, in Zukunft ständig an der Verbesserung unserer Infrastruktur zu arbeiten. Dabei ist allem, vom Kindergarten und Schulstandort bis zur ärztlichen Versorgung, höchste Priorität einzuräumen. Unser ländlicher Raum darf nicht aussterben. Wohnqualität, ausreichende Angebote für junge Familien, lebenswürdiges Dasein im Alter, Gewerbe- und Industrieförderungen, neue umweltfreundliche Wege in der Energieversorgung uvm. sind die Herausforderungen der Zukunft. Daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten.

Zum Schluss noch eine Feststellung: In meinen Ausführungen zum Ausklang des Jahres 2008 habe ich die verantwortliche Politik von Bund, Land und Kreis aufgefordert, die kommunale Selbstverwaltung nicht noch mehr durch sinnlose und unpraktische Bürokratie zu erschweren. Nichts hat sich getan; im Gegenteil!
Durch den hinzugekommenen EU-Bürokratismus leidet die kleinste Einheit und das letzte Glied, die Gemeinde, an starken Lähmungserscheinungen.
Nicht falsch zu verstehen; Beachtung von Gesetzen und Vorschriften ist zwingende Voraussetzung einer funktionierenden Verwaltung; überfrachtete, immer neu komplizierende formale Hemmnisse allerdings führen nicht nur eine kleine Verwaltung wie Driedorf an den Rand des Leistbaren.

Lassen wir es für das kommende Jahr und darüber hinaus etwas ruhiger angehen. All zu oft lässt sich feststellen, dass uns immer mehr Forderungen und immer schneller gefordertes Handeln in eine Spirale der Hektik und ungesunder Betriebsamkeit hineintreiben.
Etwas mehr „Entschleunigen“ tut uns allen gut.

In diesem Sinne, meinen lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit und ein erfolgreiches Jahr 2010.

Ihr Bürgermeister

Wolfgang Kühn


Wichtige Zahlen in der Gemeinde Driedorf 2009

Gemeinde: Driedorf
   
Gesamtfläche (ha): 4.755
davon  
- Waldfläche (ha): Nadel- und Laubwald 1.440
- Wasserfläche (ha):
   Stillgewässer
   Fließgewässer

58 ha
72 km
- Naturschutzgebiet (ha): 283
- Landschaftsschutzgebiet (ha): 1.837
- FFH-Gebiete (ha): 2.029
   
Anzahl der Gebäude/Wohnungen:
Gebäude:
Wohnungen:
 
1.600
2.060
Kanalleitungen gesamt (km):
(Gemeinde, AWV Rehbachtal, AWV Ulmtal-Lahn)

70
Wasserleitungen (km):(ohne Hausanschlüsse) 56
Anzahl der Kläranlagen: 2
Anzahl der Hochbehälter: 4
Anzahl der Tiefbrunnen: 1
Gemeindestraßen (km): 60
   
Einwohnerzahl:  
- Hauptwohnung 5.205
- Nebenwohnung 392
davon Ausländer 314
   
Geburten 2009: 40
Sterbefälle 2009: 60
Eheschließungen 2009: 30
   
Unternehmen/Gewerbeanmeldungen: 370
Arbeitsplätze: 1.650
Arbeitslose: 158
Schulden (gesamt): Stand 01.01.2009 5,1 Mio. €
   
Campingplätze  
- Heisterberger Weiher Wohnwagen: 390
  Häuschen: 97
  Hansa-Häuser: 39
   
- Krombachtalsperre Wohnwagen: 157
  Häuschen: 55

Zurück