Untere Naturschutzbehörde (UNB) verhängt Baustopp für Radwegeschluss

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB), welche beim Lahn-Dill-Kreis angesiedelt ist, hat einen Baustopp für die Bauarbeiten am Radweg zwischen Münchhausen und Mademühlen verhängt. Hinter dem Schützenhaus Münchhausen soll die Radwegelücke nach Mademühlen geschlossen werden, damit Radfahrer – insbesondere Kinder – nicht mehr die gefährliche Verbindungsstraße K 85 zwischen Münchhausen und Mademühlen befahren müssen. Dieses Ansinnen, das u.a. auch bereits in der Gemeindevertretung des Öfteren beraten wurde, sollte nunmehr kurzerhand umgesetzt werden, weswegen Bürgermeister Dirk Hardt im Rahmen einer kostengünstigen Lösung den Startschuss für die Arbeiten gab.

Die Wegeführung wurde seinerzeit durch ein Planungsbüro, welches vom Amt für ländlichen Raum beauftragt wurde, erarbeitet. Im Driedorfer Rathaus ist man fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die vorgeschlagene Wegetrasse hinter dem Schützenhaus Münchhausen in der Nähe des Ulmbachs in allen Belangen überprüft wurde, was auch eine naturschutzrechtliche Überprüfung beinhaltete. Nachdem die Bauarbeiten fasst vor dem Abschluss standen - der in den Flurkarten eingezeichnete Weg wurde zunächst eingemessen, dann mittels schwerem Baugerät ausgekoffert und letztendlich geschottert, nur die feine Deckschicht fehlte - sah sich ein Mitbürger dazu veranlasst in blindwütigem Aktionismus sämtliche Behörden von UNB bis hin zur ONB (Obere Naturschutzbehörde beim RP Gießen) einzuschalten, was zu dem verhängten Baustopp führte.

Angeblich sei am Ulmbach ein Brutvorkommen von seltenen Vögeln bzw ein Nahrungsgebiet des Schwarzstorches gelegen. Diese Vögel würden durch den Rad- und Wandertourismus gestört, wohingegen Fahrzeugverkehr auf die Vögel weitaus weniger Auswirkungen hätte, so der Anzeigenerstatter mündlich.

Bürgermeister Dirk Hardt versucht nunmehr mit dem zuständigen Dezernenten des Lahn-Dill-Kreises Heinz Schreiber eine einvernehmliche Lösung zu finden, die allen Belangen – aber insbesondere den Kleinsten unter den Verkehrsteilnehmern Rechnung trägt – zu finden.

Bei allem Verständnis für umweltrechtliche Belange und Forderungen darf es nicht soweit kommen, dass wir Radfahrer Gefahren aussetzen, die mit der neuen Trassenführung nicht mehr gegeben sind. Es wäre schön gewesen, wenn sich der Anzeigenerstatter vor seinem inszenierten Wirbel diese Frage vor Augen geführt und das Gespräch mit Bürgermeister Dirk Hardt gesucht hätte – was am Rande des Kunsthandwerkermarktes in Münchhausen durchaus möglich gewesen wäre, wo der kurz mit dem Bürgermeister über eine andere Angelegenheit sprach -  dann hätten wir sicherlich die Problemstellung Sicherheit der Radfahrer – insbesondere der Kinder – mit einem sanftem Tourismus verbinden und erörtern können.

Abschließend sei den Verantwortlichen des Schützenvereins Münchhausen an dieser Stelle ein herzlicher Dank für die umgehende Mithilfe und Kooperation bei der Durchführung der Baumaßnahme gesagt.

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