Weniger Restabfall, mehr Gelbe Säcke - Abfallwirtschaft zieht positive Zwischenbilanz

Das zum Jahresbeginn eingeführte neue Abfallgebührensystem des Lahn-Dill-Kreises zeigt Wirkung. Bereits im ersten Halbjahr 2014 hat sich das Restabfallaufkommen deutlich reduziert.

Wie die Abfallwirtschaft Lahn-Dill mitteilt, mussten 5.800 t weniger Restabfälle entsorgt werden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das ist ein Rückgang um 19 Prozent auf 24.700 t. Zugleich konnten mehr Wertstoffe einer Wiederverwertung zugeführt werden – insgesamt waren es 2.500 t Altglas (+13 Prozent), 13.400 t Bioabfall (+ 3 Prozent) und 9.700 t Altpapier (+1 Prozent).

Besonders deutlich zeigt sich der Effekt des neuen Gebührensystems bei den sogenannten Leichtverpackungen. Denn die Lahn-Dill-Bürgerinnen und -Bürger greifen weitaus häufiger zum Gelben Sack als vor der Umstellung. Die Dualen Systeme Deutschland verzeichnen im Lahn-Dill-Kreis eine Zunahme um 550 t auf 2.600 t – das sind 26 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2013. „Damit sind wir auf einem sehr guten Weg, zwei ganz wesentliche Ziele der neuen Abfallsatzung zu erreichen – nämlich weniger Restabfälle und eine bessere Abfalltrennung im Lahn-Dill-Kreis“, zieht der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber (Bündnis 90/Die Grünen) eine positive Zwischenbilanz. Zwar vermeldet die Abfallwirtschaft auch einen Anstieg illegaler Abfallablagerungen um 3 t auf 32 t (+11 Prozent), doch bewegt sich dieser Zuwachs „wilder Abfälle“ im Rahmen der üblichen Schwankungen.

Erfreulich ist auch die Entwicklung an den 21 Wertstoffhöfen im Lahn-Dill-Kreis, die im ersten Halbjahr 2014 deutlich mehr von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt wurden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die dort angelieferten Mengen stiegen um knapp 1.700 t auf insgesamt 5.600 t – ein sattes Plus von 42 Prozent. 

Abfall vermeiden – Gebühren sparen

Seitdem die Abfallgebühren im Lahn-Dill-Kreis (ohne Stadt Wetzlar) nicht mehr pauschal nach Personenzahl, sondern verursachergerecht nach Behältergrößen und Leerungshäufigkeit berechnet werden, habe spürbar ein Umdenken eingesetzt, stellen Heinz Schreiber und Frank Dworaczek, Leiter der kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebes, fest: „Die Bürgerinnen und Bürger haben das flexible System weitgehend angenommen und nutzen die neuen Möglichkeiten, Gebühren zu sparen.“

Dies belegten insbesondere die Leerungszahlen. So wurden in der ersten Jahreshälfte 375.400 Restabfall-Leerungen weniger registriert als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres – das ist ein Rückgang um 38 Prozent. Beim Bioabfall waren es ebenfalls 38 Prozent weniger (-247.600 Leerungen). Für die kostenlose Altpapiertonne ist ein leichter Rückgang von 12 Prozent (-57.800 Leerungen) zu verzeichnen. Zugleich ist die Zahl der Abfallbehälter insgesamt zurückgegangen – um 6 Prozent auf 213.800 Stück. Allein im Restabfallbereich sind es 10 Prozent (-8.700) weniger. Damit hat die Gebührenumstellung auch zu einer Bereinigung des Behälterbestandes im Lahn-Dill-Kreis geführt.

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