Wir wollen unsere Stromnetze wiederhaben!

Rekommunalisierung?

(hst) Vor rund einhundert Jahren begannen unsere Städte und Gemeinden mit dem Aufbau von Stromnetzen für Straßenlampen und den Hausgebrauch. Die Erkenntnis, dass das im Verbund besser geht, führte dazu, dass in 1929 die Vertreter von 33 Kommunen gemeinsam mit der Preußischen Elektrizitäts-AG die Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) gründeten.

Zitat: „Das Ziel der Visionäre in den Landkreisen und Kommunen war es, eine sichere und leistungsfähige Energieversorgung mit gleich günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Stadt und Land aufzubauen.“
Das hat dann auch geklappt.

Selbst als die Landkreise in 2002 von ihren knapp 60 Prozent Anteile rund 33 Prozent an die E.ON Energie AG für etwas über 477 Millionen Euro verscherbelten, änderte sich an dem Ziel nichts.
Nun will die E.ON Energie AG ihre 73,3 Prozent komplett verkaufen.
Dass ein solches Paket auf dem Markt für Wirbel sorgt, war zu erwarten. Die E.ON Mitte AG steht gut da und hat ausgezeichnete Perspektiven. Das Interesse ist groß.

Bei dem Gedanken, dass internationale Anleger-Fonds jetzt zugreifen, das Unternehmen aussaugen und dann wegwerfen, muss es verantwortlichen Kommunalpolitikern schlecht werden.
Versorgungs-, Entsorgungs- und Verbindungsnetze gehören nicht in die Hand von Heuschrecken.
Deshalb will die kommunale Gemeinschaft, angetrieben von den Landräten Robert Fischbach (MR) und Wolfgang Schuster (LDK), das seinerzeit vereinbarte Vorkaufsrecht nutzen und der E.ON Energie AG ihre Anteile abkaufen. Dann gibt es wieder die EAM.

Die rund 700 Millionen Euro müssen geliehen werden. Zinsen und Abtrag können wir vom jährlichen Ertrag des Unternehmens bezahlt. Außerdem sollen im zweiten Schritt knapp 50 Prozent der EAM an die konzessionsgebenden Städte und Gemeinden weiterverkauft werden.

Dann ist die Zukunft unseres Strom- und Gasnetzes wieder in kommunaler Hand – und das ist gut so!

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